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Dieses Thema wurde 8939 mal angeschaut und hat 7 Antworten
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Mitglied seit: 17.02.2011
Beiträge: 78
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Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe

Über welche Entscheidung / welche Maßnahme / welchen Sachverhalt wollen Sie sich beschweren?

Die Südpfalz als elementarer Teil der Technologieregion Karlsruhe benötigt leistungsfähige Verkehrsverbindungen, frei von ideologischen Vorstellungen. Eine dauerhaft leistungsfähige rheinquerende Verkehrsinfrastruktur ist abhängig von der gleichzeitigen Nutzbarkeit beider gem. Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Rheinbrücken für Fahrzeug-, Rad- und Fußgängerverkehr sowie der zusätzlich vorhandenen Eisenbahnbrücke. Das seit über vier Jahren in RLP laufende Planfeststellungsverfahren für die 2. Brücke muss daher endlich zum Abschluss geführt werden. Die geplante Sanierung mit „hochfestem Beton“ bedingt an mehreren Wochenenden Vollsperrungen der Rheinbrücke Maxau von jeweils rund 30 Stunden und ist geplant für das Jahr 2018. Scheitert die Sanierung, steht in einer Wirtschaftsregion keine leistungsfähige Brücke auf knapp 50 km Rheinabschnitt zur Verfügung.

Was möchten Sie mit Ihrer Bitte / Beschwerde erreichen?

Einen baldigen Beschluss im rheinland-pfälzischen Planfeststellungsverfahren für die 2. Rheinbrücke, damit Baubeginn spätestens 2017 sein kann. Eine Verfügbarkeit von zwei Rheinbrücken für den Individualverkehr zwischen Wörth und Karlsruhe ab spätestens 2021. Die geplante Sanierung der bestehenden Brücke - die von der Landesregierung laut einer Antwort von Minister Lewentz auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Martin Brandl unterstützt wird - mit mehrtägigen Vollsperrungen darf erst nach dem Bau und der Inbetriebnahme der 2. Rheinbrücke erfolgen. Bis dahin sind gegebenenfalls Maßnahmen zur Verkehrsbeschränkung (Tempolimit, Schwerverkehrstransit umleiten) notwendig, um die Nutzbarkeit der Brücke zu gewährleisten. Die Sanierung kann dann unter echter mehrwöchiger Vollsperrung erfolgen, der experimentelle Charakter bleibt, aber das Risiko eines Totalausfalls wird vermieden.

Gegen wen, insbesondere welche Behörde / Institution richtet sich Ihre Beschwerde?

Ich richte meine Petition an die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, aber auch an die mit Bau, Planung und Unterhaltung von Straßen befassten Behörden.

Muss nach Ihrer Vorstellung ein Gesetz / eine Vorschrift geändert / ergänzt werden? Wenn ja, welche(s)?

Sofern zur Beschleunigung eines gerichtsfesten Planfeststellungsbeschlusses gegebenenfalls Gesetze zur Planung, Finanzierung und zum Bau von maßgeblichen Infrastrukturprojekten geändert oder angepasst werden müssen - so wie das im Einzelfall - Neubau der Rheinbrücke im Zuge der A1 bei Leverkusen durch den Bundesverkehrsminister bereits gehandhabt wurde erwarte ich von der Landesregierung eine entsprechende Bundesratsinitiative.

Bitte geben Sie eine kurze Begründung für Ihre Bitte / Beschwerde.

Die Folgen der mehrwöchigen Sperrung der Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden sollten Mahnung sein, eine solche Situation nicht auch in der Südpfalz zu riskieren. Schon bei einer einstündigen Sperrung der Rheinbrücke Maxau nur in eine Fahrtrichtung im Juli 2015 sahen Kommunalpolitiker aus dem Nachbarbundesland eine enorme Belastung. Dadurch notwendige Umwege kosten Zeit, Geld und belasten die Menschen und die Umwelt.
[05.11.2015 11:33:05]
Lynx1984



Mitglied seit: 05.11.2015
Beiträge: 3
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Re: Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe

Guten Tag,

diese Petition halte ich für nicht unterstütenswert.
Hintergrund ist die mangelhafte Planung der zweiten Rheinbrücke bei Maxau für dies sich hier in der Petition eingesetzt wird.

Mangelhafte Planungen sehe ich darin, dass:
- der Engpass zwischen Wörth und Karlsruhe ist nicht die Rheinbrücke Maxau, sondern der sog. Pförtner Knielingen mit einer Reduktion auf 2 Spuren direkt hinter der Rheinbrücke auf der Seite Baden-Württemberg. Die bestehende Kapazität von 3 Spuren auf der bestehenden Brücke ist eigentlich ausreichend, wenn es nicht die Verengung auf Karlsruher Gemarkung gäbe. Eine zweite Rheinbrücke würde nur die Staufläche erhöhen und keine neue Anbindung nach Karlsruhe schaffen.
- Exakt an dieser Engstelle Knielinger Pförtner soll nun auch noch die Zuwegung zur zweiten Rheinbrücke an die "Karlsruher Südtangente" am sog. Ölkreuz angebunden werden. Dies birgt die Gefahr noch größerer Staus und eine Verschlimmerung der Verkehrssituation, obwohl Straßen hinzugebaut werden.
- Auch die Redundanz wird nicht erhöht. Bei außerplanmäßigen Störungen wie beispielsweise bei Unfällen auf der bestehenden Trasse soll die zweite Rheinbrücke eine Alternative bieten. Die zweite Rheinbrücke, die für 23.000 Kfz konzipiert ist, soll im Fall einer Vollsperrung auf der bestehenden Strecke knapp 100.000 prognostizierte Kfz über eine einspurige Anbindung aufnehmen. Das wird nicht klappen. Außerdem wird diese Mini-Redundanz nur auf rund 3.000 Metern Wegstrecke hergestellt.
- für die in der Petition genannte Sanierung mit „hochfestem Beton“ erschließt sich nicht die Notwendigkeit für den millionenteuren Bau einer weiteren verkehrlich fragwürdigen Rheinbrücke. Bisher ist nicht bekannt in welchem Umfang überhaupt sog. Vollsperrungen zu erfolgen haben, wie diese umgangen werden könnten beispielsweise mit Behelfsbrücken, einspuriger Verkehrsführung an Wochenenden etc.
- Im laufenden Planfeststellungsverfahren fehlt nach wie vor eine Alternativenprüfung auch zu dem möglichen Neubau. Ein baldiger Baubeginn kann aus gutem Grund nicht rechtssicher ohne diese Alternativenprüfung erfolgen.
[05.11.2015 16:18:32]    Für Gäste verborgen
FrankieB


D
Mitglied seit: 19.11.2015
Beiträge: 1
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Re: Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe

Guten Tag,
ich halte diese Petition durchaus für unterstützenswert, so wie alle Verkehrsteilnehmer die täglich (ich seit 1979!) über den Rhein zum Arbeit fahren.
Zu Pro und Kontra ist eigentlich alles gesagt, jetzt ist Zeit zum handeln.
"Mangelhafte Planung"...... das richt stark danach, als hätte Frau G.S. den Griffel gehalten!
Was soll denn noch geplant werden?
Handeln ist angesagt und das erwartet der Bürger auch.
Verzögerungstaktiken sollten endlich der Vergangenheit angehören; Alle Parteien sollten sich die Hände reichen und ihre Kraft endlich dort bündeln, wo es nötig ist....an der Umsetzung.
Wir Pendlier haben die Sch...... voll.
Als längjähriger Wähler sehe ich zudem tränenden Auges, dass OB Mentrup den SPD-Bus noch schneller gegen die Wand fährt als erwartet....schade, Naja, ist ja nicht "mein Land".
Aber: Polemik bei Seite.....
Ich fordere auf, sich möglichst zahlreich unterstützend an dieser Petition zu beteiligen.
Wenn nicht jetzt, wann dann?
[19.11.2015 08:41:21]    Für Gäste verborgen
Lynx1984



Mitglied seit: 05.11.2015
Beiträge: 3
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Re: Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe

 
Guten Tag,
ich halte diese Petition durchaus für unterstützenswert, so wie alle Verkehrsteilnehmer die täglich (ich seit 1979!) über den Rhein zum Arbeit fahren.
Zu Pro und Kontra ist eigentlich alles gesagt, jetzt ist Zeit zum handeln.
"Mangelhafte Planung"...... das richt stark danach, als hätte Frau G.S. den Griffel gehalten!
Was soll denn noch geplant werden?
Handeln ist angesagt und das erwartet der Bürger auch.
Verzögerungstaktiken sollten endlich der Vergangenheit angehören; Alle Parteien sollten sich die Hände reichen und ihre Kraft endlich dort bündeln, wo es nötig ist....an der Umsetzung.
Wir Pendlier haben die Sch...... voll.
Als längjähriger Wähler sehe ich zudem tränenden Auges, dass OB Mentrup den SPD-Bus noch schneller gegen die Wand fährt als erwartet....schade, Naja, ist ja nicht "mein Land".
Aber: Polemik bei Seite.....
Ich fordere auf, sich möglichst zahlreich unterstützend an dieser Petition zu beteiligen.
Wenn nicht jetzt, wann dann?


Guten Tag FrankieB,

schade, dass Sie nicht auf die offensichtlichen Planungsmängel eingehen und nur die "Schnauze voll" These vertreten.

Wenn Sie dort jeden Morgen entlang fahren werden Sie ja auch bemerken, dass Sie AUF der Brücke im Stau stehen und nicht VOR der Brücke.
Das Nadelöhr ist weiterhin der Pförtner und die zweite Rheinbrücke wird den aktuellen Planungen nach nur wenige hundert Meter nach dem Nadelöhr Pförtner einspurig mit einer scharfen Kurve an die Südtangente angebunden (komplett unabhängig von einer möglichen B36 Anbindung, welche die Petition nicht umfassen kann, da die B36 Anbindung nicht Gegenstand der aktuellen Planung ist).

Ich kann gut "Schnauze voll" verstehen, denn es steht ja niemand gerne alternativlos im Stau oder lässt sich gar die Ortsdurchfahrten zustellen wie in Maximiliansau.
Dass eine zweite Rheinbrücke eine Entlastung -in der aktuell vorgelegten Planung- für die sich die Petition hier einsetzt wäre, halte ich für ausgeschlossen. Ich befürchte sogar, dass dann "was gemacht ist" und letztendlich niemanden geholfen ist und schlichtweg Staufläche hinzugewonnen wurde. Das wäre fatal und genau deswegen halte ich diese Petiotion die sich einseitig für den Bau einer zweiten Rheinbrücke einsetzt für nicht unterstützenswert.

Ich kann nur jedem raten sich genau mit den aktuellen Planungen zu befassen und insbesondere die einspurigen Anschlüsse der zweiten zweispurigen Rheinbrücke genau zu prüfen und diese Planung bei den Regionalvolksvertretern seiner Wahl zu hinterfragen.
[20.11.2015 17:18:13]    Für Gäste verborgen
P_KaPunkt



Mitglied seit: 23.11.2015
Beiträge: 1
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Re: Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe

@Lynx1984

Ich finde es äußerst interessant, dass Sie so feinsinnig zwischen Stau "AUF" und "VOR" der Brücke unterscheiden. Als Pendler darf ich Ihnen versichern, dass ich vor, auf und nach der Brücke stehe.

Unabhängig von Planungszustand (oder auch Nichtplanungszustand) zeigt die morgendliche Verkehrssituation bei der Brücke und folgend der Südtangente folgende Merkmale:

A65 Stau bis teilweise Kandel Süd
B9 Stau regelmäßig in Höhe Jockgrim
L 540 Rückstau bis Hagenbach
B10/Südtangente Stau oder stockender Verkehr bis in die Innenstadt

Sie sehen schon, dass es sich hier um ein Nadelöhr handelt?

Die zweite Brücke ist eine notwendige Maßnahme um das morgendliche Chaos Richtung Karlsruhe aufzulösen. Aber es muss mehr geschehen. Die Südtangente kann den Verkehr einfach nicht mehr aufnehmen. Und deshalb wird sich das Verkehrsministerium BW und die Stadt KA mit dem Thema Anschluss der zweiten Brücke an die B36 beschäftigen müssen. Dass der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages einen Bericht zu den verkehrlichen Auswirkungen anmahnen muss, spricht Bände.

Diese Petition ist notwendig, weil damit endlich einmal den Interessen von 15.000 Pendlern Gehör verschafft wird. Wir Pendler würden gerne einigermaßen planbar und pünktlich zu unserem Arbeitsplatz kommen. Nicht mehr und nicht weniger.

Auf zwei weitere Argumente in Ihrem ersten Beitrag gehe ich auch noch kurz ein:

-Selbstverständlich ist eine zweite Brücke eine Verbesserung hinsichtlich der Redundanz. Man denke nur an eine Vollsperrung. Diese sind für den Sanierungsfall bereits angekündigt. Falls Sie sich noch nicht mit der Sanierungsmethode beschäftigt haben, sollten sie das tun, bevor Sie Vollsperrungen während der Sanierung in Zweifel ziehen.
[23.11.2015 18:33:58]    Für Gäste verborgen
Lynx1984



Mitglied seit: 05.11.2015
Beiträge: 3
Status: Offline

Re: Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe

 
Wir Pendler würden gerne einigermaßen planbar und pünktlich zu unserem Arbeitsplatz kommen. Nicht mehr und nicht weniger.

absolut nachvollziehbar!

 

Sie sehen schon, dass es sich hier um ein Nadelöhr handelt? Die Südtangente kann den Verkehr einfach nicht mehr aufnehmen.


Ja das sehe ich und ich kann sehr gut mitfühlen. Auch micht regt es auf alternativlos im Stau zu stehen. Sie führen ja auch aus, dass es in Karlsruhe einfach zu eng ist auf der Südtangente. Genau diesen Umstand löst eine zweite Rheinbrücke in der aktuellen Planung nicht auf. Es werden über 75% aller Verkehre weiterhin über die bestehende Brücke fahren. Viel Schlimmer.:Der Verkehr wird am Ölkreuz zusätzlich verdichtet. Eine wahre Alternative schafft die derzeitige Planung zur zweiten Rheinbrücke nicht. Es wird bei der kleinsten Störung weiterhin ein "Pseudo-Umfahrer Stau" in Maximiliansau entstehen.

 

Die zweite Brücke ist eine notwendige Maßnahme um das morgendliche Chaos Richtung Karlsruhe aufzulösen.

Das sehe ich nicht so, denn oben beschriebene Nachteile und Stauungen bleiben auch mit der zweiten Brücke. Viel schlimmer: Es könnte nicht nur zusätzlichen Stau am Ölkreuz in Karlsruhe geben, sondern auch Wörth würde eine weitere "Schleichstrecke" für Nordbrücken Ausweichler werden zusätzlich zu den Daimler Ausweichlern.

 
Aber es muss mehr geschehen.

Es muss was anderes passieren! Nur eine Karlsruhe Umfahrung möglichst mit Direktanbindung an das Autobahnkreuz A5/A8 kann eine Entlastung schaffen.
Eine nicht realisierbare Nord"tangente" oder Lösungen entlang der Südtangente lösen das eigentliche Problem nicht, das Karlsruhe weiterhin durchfahren werden muss.
Für eine solche Lösung braucht es Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten des Rheins: Von Hagenbach über Daxlanden entlang bis hin zu Oberreut und Ettlingen, wo man diese neue Trasse optimalerweise anschließen könnte (Hafen & Messeausfahrten). Dies wäre eine Lösung und kein rumdoktoren mit unzähligen Kompromissen die wieder zu neuen Staus und Problemen führen aber zugleich die Chance auf weitere Maßnahmen (auch finanziell) unterbinden "weil dann ja schon was gemacht ist".

 

Diese Petition ist notwendig, weil damit endlich einmal den Interessen von 15.000 Pendlern Gehör verschafft wird.

Diese Petition führt höchstens zur Rumpflösung zweite Rheinbrücke. Nicht mehr und nicht weniger. Eine Anbindung an die B36 wird derzeit noch verkehrlich untersucht, wobei der morgendliche Stau auf der B36 dem Stau im Wörther Kreuz in fast nichts nachsteht. Ob damit aber auch die Finanzierung durch den Bund einhergehen kann ist weiterhin unklar.

 

Selbstverständlich ist eine zweite Brücke eine Verbesserung hinsichtlich der Redundanz. Man denke nur an eine Vollsperrung.Diese sind für den Sanierungsfall bereits angekündigt. Falls Sie sich noch nicht mit der Sanierungsmethode beschäftigt haben, sollten sie das tun, bevor Sie Vollsperrungen während der Sanierung in Zweifel ziehen.


ja Redundanz mag sein - nur in wie vielen Fällen hätte dies wirklich genützt?

Redundanz bei Katastrophenszenarien:
Es gab bisher einen Schiffsanprall auf die parallele Schienenbrücke. Ein Neubau an bestehender Stelle könnte ohne Pfeiler im Fahrwasser erfolgen. Dies würde auch die Sanierungsthematik und Katastrophenszenarien erledigen.
Für kurzfristige Sperrungen bringt die zweite Rheinbrücke herzlich wenig mit dem einspurigen Anbindung an die Südtangente. Die Redundanz wird für eine Wegstrecke von 500 Metern herbeigeführt... Auch diese Redundanz kann mit Brückenneuabau herbeigeführt werden. Für Unfälle und daraus folgende Staus wie letzte Woche am Honsellkreuz hilft die zweite Rheinbrücke überhaupt nicht.

Bleibt der Ausfall der Brücke selbst im Sanierungsfall.
Es ist notwendig eine halbseitige Sperrung der Rheinbrücke und damit eine Verengung auf 2 Spuren (so wie am Pförtner), sowie zwölf bis 16 ganztägige Vollsperrungen an Wochenenden.
Trotz dieser umfangreichen Sperrungen und Einschränkungen rechtfertigt dies nicht den millionenteuren Neubau einer Rumpflösung. Bedauerlich ist in dem Zusammenhang, dass bisher nirgendwo das Thema Behelfsbrücke angeklungen ist. Überall in Deutschland sieht man bei größeren Brückensanierungen oder auch Neubauten, dass Behelfsbrücken weiterhin einen normalen Verkehr ermöglichen. Mindestens 2 zusätzliche Spuren wären auf einer solchen Behelfsbrücke möglich (Brücke zwischen den Brücken) und rechts und links des Rheins kann diese unmittelbar wieder an die B10 angebunden werden. Lediglich einer der 2 Radwege muss befristet weichen.


Ich finde die Petition weiterhin nicht unterstützenswert, da diese weiterhin vorgaukelt die zweite Rheinbrücke würde wirklich den morgendlichen Stau endlich auflösen. Dies wird leider nicht der Fall sein.
[25.11.2015 13:07:10]    Für Gäste verborgen
weiss.woerth


Deutschland
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Re: Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe

Die Sanierung der Fahrbahnplatte mit dem hochfesten Beton ist eine „Sanierung der Fahrbahnplatte“,
nicht der gesamten Brückenkonstruktion. Bei allen Referenzbrücken wurden zusätzlich Arbeiten am
Bauwerk notwendig. Laut Gutachten weist die Rheinbrücke Maxau ganz erhebliche Rissbildungen am
gesamten Bauwerk auf, nicht nur an der Fahrbahnplatte.
Die Caland-Brücke bei Rotterdam wird 2020 das Ende ihrer Lebenszeit erreicht haben, wurde gar
nicht erkennbar mit dem Verfahren renoviert, außerdem handelt es sich um eine Hebebrücke.
Bei der Moerdijk-Brücke konnte, ebenso wie bei der Hagesteinbrücke, der Verkehr jeweils
durchgehend über die Gegenfahrbahn geführt werden. Dennoch ergaben sich im Jahr nach der
Renovierung Hebungen und Wölbungen an der Fahrbahnoberfläche, die durch eine
Microeinfräsmaschine geglättet werden mussten. Der Hersteller optimierte das Verfahren in dem Zuge
zu einem optimierten Verfahren – sieht dort also einen „Zukunftsmarkt“.
Bei der Scharbergbrücke wird gerade erst das Bauwerk saniert.
Für die Rheinbrücke Maxau soll eine Schicht von 6,5 cm hochfester Beton aufgebracht werden. Sollte
davon zur Glättung 1 cm entfernt werden müssen, ist die restliche Belagsdicke knapp über der
technisch geforderten Mindeststärke von 5 cm.
Als Abschluss wird ein Dünnschichtbelag von 8 mm aufgebracht, der bei Referenzbrücken in den
Niederlanden 15 mm dick war, 15 Jahre halten sollte und am Ende der Lebenszeit mit einem
Hochdruckwasserstrahl entfernt werden kann.
Selbst für einen Laien sind in diesem Gesamtkontext so viele Unwägbarkeiten, dass eine Sanierung
nach dem für Stahlseilbrücken mit Hohlkörper absolut experimentellen Verfahren nicht ernsthaft in
Erwägung gezogen werden kann, bevor nicht eine alternative Verkehrsführung in unmittelbarer Nähe
gegeben ist.
Was passiert, wenn das Verfahren sich tatsächlich als untauglich erweist?
Wie sieht es mit der Haftung und Gewährleistung aus? Hersteller des Betons, verarbeitende Firma,
beauftragende Stelle?
Das Land Baden-Württemberg möchte dieses Verfahren unbedingt anwenden, letztlich entscheiden
wird das Bundesverkehrsministerium in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Straßenwesen.
Es ist nicht wirklich vorstellbar, dass dieses Sanierungsverfahren als Alternative zum Bau der 2.
Rheinbrücke umgesetzt und angewendet wird. Doch muss es auf jeden Fall verhindert werden, bevor die redundante Verbindung in Form der 2. Rheinbrücke zur Verfügung steht.
[17.12.2015 01:38:25]    Für Gäste verborgen
weiss.woerth


Deutschland
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Beiträge: 2
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Re: Bau einer 2. Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe

Der Bundesrechnungshof lehnt nicht "eine 2. Rheinbrücke" ab, sondern konkret die vorliegende Planung - und hat sogar recht!
Hauptkritikpunkt dabei, dass die Zusammenführung auf die Südtangente nur eine Verlagerung bringt. Selbstverständlich hätte auch das einen spürbaren Effekt, und zwar für die Menschen in Wörth und Maximiliansau, weil die Stauflächen künftig überwiegend rechts des Rheins liegen würden. Aber natürlich kann und darf das nicht das Ziel sein.Bei der ursprünglichen Planung 2009 war an dem heutigen Kreisel an der Raffineriestraße eine Anbindung für eine Querspange zur B36 geplant. Auf Proteste aus dem Karlsruher Gemeinderat ruderte der Bund zurück, drängte darauf, diese Anbindung aus der Planung zu streichen. So ergab sich eine kleine Verzögerung, aber noch vor der Landtagswahl 2011 die Eröffnung der beiden Planfeststellungsverfahren. Mit dem "Geburtsfehler" der fehlenden Anbindung Richtung B36.

Während des lange und immer noch laufenden Planfeststellungsverfahrens, rechtlich zumindest im Graubereich durch willkürliche Einfügung eines "Faktenchecks", bewertete der Bund die eingenständige Fernverkehrsrelevanz der Querspange zur B36 neu und als gegeben. Dennoch wurde mit den alten Plänen weitermacht, weil von den Befürwortern (der Mehrheit!) niemand eine Verzögerung riskieren wollte - ich fand das damals schon falsch.

Der Bundesrechnungshof hat in seiner Stellungnahme deutlich gesagt, dass sich die Kosten für die 2. Rheinbrücke völlig anders beurteilen, wenn die Anbindung zur B36 oder erst recht die durchgängige Nordtangente geplant werden. Dies wurde nun vom Rechnungsprüfungsausschuss dem Land Baden-Württemberg so aufgetragen, zumindest bis zur B36.

Die Grünen haben sich früher noch "an die Bäume gekettet", heute sitzen sie in Ministerien, während die klassischen Bürger heute gegen ihre Infrastrukturpolitik auf die Straße gehen.... ;-)

Zu den Verkehrsströmen:

Heute kommen an der Rheinbrücke von Pfälzer Seite tatsächlich viel zu viele Spuren an. Am Wörther Kreuz 2 Spuren von der A65 plus 1 von der Landesstraße aus Hagenbach. Von der B9 kommt nur eine Spur auf der B10 an, dafür endet die 2. Spur, zusätzlich die Auffahrt von Wörth kommend. Weiterhin kommt kurz vor der Rheinbrücke die Auffahrt aus Maximiliansau dazu, die viele zu unnötigen Umfahrungen / Schleichwegen verleiten.

Künftig würden die 2 Spuren von der B9 kommend den für Karlsruhe bestimmten Verkehr über die Nordbrücke nach Karlsruhe kommen, von Hagenbach kommend würden viele - je nach Ziel - diesen Weg nehmen.

Wenn die 2. Brücke fertig ist, muss die erste sofort zur Sanierung gesperrt werden. Interessant auch das Ersatzbrückenkonzept (also Abriss und Neubau der Rheinbrücke Maxau) an Stelle einer Sanierung. Eine Sanierung könnte schneller gehen....

In der Endstufe werden auf jeder der Brücken 2 Fahrspuren je Richtung plus je ein Standstreifen zur Verfügung stehen, also eine Spur weniger auf der Brücke Maxau als bisher, eine geringere Belastung für die Brücke, aber im Fall der Sperrung einer der Brücken eine Möglichkeit die Kapazität der freien Brücke um 50% zu erhöhen.

Wenn die Anbindung zur B36 kommt, dann verteilen sich die Verkehre und haben mehrere Querverbindungsmöglichkeiten. Für die Anwohner in Wörth, Maximiliansau und Knielingen ergeben sich erhebliche Entlastungen in den Ortsduchfahrten.

An den weiterführenden Schulen in Wörth ist durch die Rückstaus und die verstopften Straßen aktuell täglich mit Busverspätungen umzugehen - Arbeiten und Tests finden in der ersten Stunde nicht statt.

Ein wichtiges Thema sind die Kosten.
Die 107 Mio. für die 2. Brücke inkl. der Trassen von/zur B9 und von/zur B10 werden mutmaßlich nicht ganz reichen, dazu kommen auf jeden Fall 71 Mio. € für die Querspange zur B36. Komplett fehlt hier noch die Sanierung oder Abriss/Neubau der alten Brücke.

Deswegen gehe ich von 250 Mio. € aus für das Gesamtprojekt. Ein Neubau der Südbrücke würde länger dauern, länger halten, aber mehr kosten, ca. 37-50 Mio. € zusätzliche Kosten.

Eine Veränderung der aktuellen Planung würde das Projekt zurückwerfen und bis zum Beginn des Brückenbaus weitere 10 Jahre dauern. Zeit, die wir nicht haben. Deswegen muss die bestehende Planung vorangetrieben und umgesetzt werden.
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[Bearbeitet: 1 mal, zuletzt von Moderation um 17.12.2015 14:32:35]
[17.12.2015 01:41:51]    Für Gäste verborgen
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